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Wie

Nachfolgend können Sie am Beispiel eines Titanrennrades sehen, wie typischerweise ein Rahmen in meiner Werkstatt entsteht.

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Die dünnwandigen Rohre werden mittels Spezialaufspannvorrichtungen auf Gehrung gesägt. Hier ist es ein Unterrohr, dem die Verbindung zum Tretlager eingesägt wird.

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Andere Rahmenteile, sofern sie nicht konfektioniert angeliefert werden, werden gefräst oder gedreht. Hier wird ein Steuerrohr auf der Drehbank angepasst. 

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Nun werden die Hinterbaurohre auf der Rahmenlehre eingespannt und, falls noch nötig, die Feinanpassung vorgenommen.

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Danach werden die Anlötteile befestigt (bei Titanrahmen müsste man korrekterweise von Anschweissteilen reden; bei Stahlrahmen werden sie mit Silberlot angelötet, der allgemeine Sprachgebrauch kommt von dieser Tradition). Der Prozess geschieht vor dem Rahmenschweissen, um den Schweissverzug geringer zu halten, was den Aufwand deutlich erhöht, weil jedes Rohr einzeln abgestöpselt und eingespannt werden muss.

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Jetzt werden die Rohre auf der Rahmenlehre mittels Schweisspunkten zu einem Hinterbau gefügt. Man nennt diesen Prozess punkten oder tacken.

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Nun wird der Hinterbau aus der Rahmenlehre genommen und auf dem Tisch geschweisst. Die Reihenfolge und Richtung der einzelnen Schweissnähte entscheidet über die Qualität des Rahmens, und sie ist das wesentlichste Knowhow des Rahmenbauers.

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Anschliessend beginnt das gleiche Spiel von Einpassen, Anlötteile befestigen und finalem Aufspannen mit dem vorderen Rahmendreieck. Der Rahmen auf dem Bild ist schon komplett bereit zum Tacken...

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...und wird nun getackt...

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...und jetzt geschweisst.

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Nun beginnen die ganzen Nacharbeiten. Hier wird das Sitzrohr ausgerieben. Diesen Knochenjob mache ich noch von Hand, träume aber schon lange davon, endlich eine Maschine dafür herzurichten.

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Jetzt wird der Schlitz für die Sattelstützenklemmung gefräst. Diesen Schritt mag ich nicht besonders; ein Fehler ruiniert unweigerlich den gesamten Rahmen.

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Der Steuerlagersitz wird maschinell gefräst.

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Der Tretlagersitz wird wiederum von Hand gemacht. Auch hier denke ich seit längerem über eine maschinelle Lösung nach, im Vergleich zum Sitzrohrreiben ist der Leidensdruck aber nicht allzu gross.

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Sämtliche Kanten werden entgratet, bei Stahlrahmen werden in diesem Schritt ggf. noch Lötverbindungen verschliffen.

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Jetzt werden in der Strahlkabine mittels Glasperlen die Anlauffarben weggestrahlt und die Oberflächen homogenisiert. Bei Stahlrahmen werden in diesem Schritt mittels Korund der Zunder sowie Lot- und Flussmittelreste weggestrahlt. Ein matt ausgelieferter Titanrahmen  ist nach diesem Schritt bereits fertig.

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Bekommt der Titanrahmen ein Satinfinish, wird er nun komplett mit Scotchbrite verschliffen. Dieser Prozess ist hauptsächlich Handarbeit, anstrengend und zeitintensiv. Der grosse Vorteil besteht darin, dass Kratzer in einem Satinfinish viel weniger sichtbar sind und sich jederzeit problemlos wieder ausarbeiten lassen.

Ein Stahlrahmen muss jetzt noch pulverbeschichtet werden, erhält danach eine Hohlraumversiegelung, und sämtliche Passungen werden nochmals nachgeschnitten. Nur bei diesem Prozess macht ein Stahlrahmen mehr Arbeit als ein Titanrahmen.